Trinkwasser Krisenvorsorge

Trinkwasser als Teil der Krisenvorsorge

Trinkwasser als Teil der Krisenvorsorge

 

Unser Körper besteht zu rund 60% aus Wasser. Ohne ständige Wasserzufuhr kann der Stoffwechsel nicht mehr funktionieren. Die beim Stoffwechsel entstehenden Gift- und Abfallstoffe werden nicht mehr aus dem Körper transportiert. Daher können wir maximal 3 Tage ohne Wasser überleben. Da wir aber schon nach einem Tag ohne Trinkwasser die ersten körperlichen Probleme bekommen können, ist es wichtig auch in der Krise immer Zugang zu sauberem Trinkwasser zu haben.

 

Unsere Wasserversorgung ist ein recht sensibles System, dass durch kleine Störungen zum Erliegen kommen kann. Bei Stromausfall könnten Wasserpumpen nicht mehr funktionieren. Die Folgen wären ein geringerer Wasserdruck oder sogar gar kein Wasser mehr in höher gelegenen Etagen oder Häusern. Auch die Qualität des Trinkwassers kann in einer kommenden Krise so sehr sinken, dass das Trinken gesundheitsgefährlich wird. Heute wird mit strombetriebenen UV-Lampen der Keimgehalt im Wasser auf nahezu Null gebracht. Bei einem Stromausfall, wie er in der Krise sehr wahrscheinlich passieren wird, ist also die Keimfreiheit des Trinkwassers nicht gewährleistet. Auch die Wartung und der Betrieb der Wasserversorgungsanlagen ist durch eventuell fehlendes Personal sehr kritisch. Im Winter treten gehäuft Wasserrohrbrüche auf, die ganze Straßenzüge von der Versorgung abschneiden können.

 

Im Rahmen der Krisenvorsorge muss also mit drei Problemen gerechnet werden.

 

  1. Es ist kein Wasser verfügbar
  2. Es ist nur sporadisch Wasser verfügbar

  3. Falls Wasser verfügbar sein sollte, ist die Trinkwasserqualität unsicher

 

 

 

 

Die Krisenvorsorge muss also 3 Punkte erreichen, um immer gutes Trinkwasser für Sie und Ihre Familie verfügbar zu machen. Dabei ist es wichtig zu bedenken, dass in der Krise nicht mehr alle technischen Mittel zur Verfügung stehen können. Es werden daher die Krisenbedingungen (z.B. kein Strom) angenommen.

  1. Gewinnung von Wasser in der Krise
  2. Aufbereitung von Wasser in der Krise
  3. Aufbewahrung und Lagerung von Trinkwasser vor und während der Krise

 

 

Gewinnung von Wasser in der Krise

 

Für die Gewinnung von Wasser stehen die folgenden Wasservorkommen zu Verfügung.

 

Wasser aus Niederschlägen

Regen kann nahezu bedenkenlos getrunken werden, wenn er sauber aufgefangen wurde. In Industriegebieten ist Regenwasser auch nach ca.30 Minuten sauber, da die Luft ausreichend gereinigt wurde. Geringer Staub oder Dreck in dem aufgefangenen Wasser kann durch einfache Filter beseitigt werden. Eine zusätzliche Keimabtötung ist aber immer zu empfehlen. Die meiste Verschmutzung des Niederschlagwassers kommt zu Stande, so bald es auf den Boden trifft. Hilfreich sind daher saubere Folien, die Sie spannen können. In einer Vertiefung in der Mitte kann ein Durchflussloch gestochen werden und ein sauberes Auffanggefäß darunter platziert werden. Je nach Größe der überspannten Fläche und der Niederschlagsmenge können so an Regentagen viele Liter Wasser aufgefangen werden.

 

Eine andere Möglichkeit stellt das Aufhängen von saugfähigen Geweben dar. Sobald dieses vollgesaugt ist, kann es über einem Gefäß ausgewunden werden. Im Winter kann sauberer Neuschnee oder Hagel gesammelt werden. Es können auch Folien auf Dach oder Bodenflächen ausgelegt werden, um den Neuschnee einfacher einsammeln zu können. Schnee sollte allerdings abgekocht werden.

Grundwasser

 

An geeigneten Stellen lässt sich durch Graben eines Loches Grundwasser gewinnen. Falls Sie ein eigenes Grundstück neben Ihrem Haus haben, sollten Sie noch vor der Krise ernsthaft in Erwägung ziehen einen eigenen Brunnen anzulegen. Ob dies möglich ist, hängt von der Lage und der geologischen Beschaffenheit ab. Beides bestimmt auch die notwendige Brunnentiefe und somit maßgeblich die Kosten einer Brunnenbohrung. Näheres erfahren Sie bei Ihrem Wasserversorger oder bei Brunnenbaufirmen. Sie erreichen mit einem eigenen Brunnen eine Unabhängigkeit von der allgemeinen Versorgung, die im Krisenfall lebensnotwendig sein kann. Aber auch bereits vor der Krise ist es durch die geringeren Wasserkosten (leider können die Abwasserkosten nicht entfallen) eine gute Investition. Da wir zukünftig von steigenden Wasserkosten ausgehen können, freuen sich sicher Ihre Kinder und Enkel über den Brunnen auf dem Grundstück.

 

Oberflächenwasser aus stehenden und fließenden Gewässern



Oberflächenwasser kann sehr leicht abgeschöpft werden. Allerdings ist es so gut wie immer mit Keimen belastet. Schwebstoffe, Tierfäkalien und gefährliche Viren machen es meist ungenießbar. Es sollte daher niemals ohne Aufbereitung getrunken werden.

 

Sie können für den kleinen schnellen Durst Früchte mit sehr hohem Wassergehalt (Gurken, Tomaten, Äpfel etc.) essen. Vermeiden Sie salzige Speisen, falls Sie keinen Zugang zu Trinkwasser haben.

 

 

 

Aufbereitung von Wasser in der Krise

 

Die Aufbereitung von Wasser ist durch die verschiedenen Maßnahmen möglich. Leider ist bei einigen der vorgestellten Verfahren Energie notwendig. Diese muss ebenfalls im Rahmen Ihrer Krisenvorsorge bevorratet werden oder zumindest einfach und sicher verfügbar sein.

 

Filterung der Wassers

Wasser enthält Schwebstoffe, an denen sich auch die meisten Viren ablagern. Ein Verringerung des Schwebstoffgehaltes kann allein durch das Stehen lassen des Wassers geschehen. Innerhalb von 10 bis 12 Stunden setzen sich die Schwebstoffe am Boden des Gefäßes ab. Mit einem Schlauch kann das darüber befindliche Wasser in ein anderes sauberes Gefäß abgelassen werden. Damit sind die gröbsten Schwebstoffe beseitigt. Eine weitere Reinigung des Wassers kann durch Filter erreicht werden. Diese gibt es bereits als Ausrüstungsgegenstand für Wanderungen zu kaufen. → Katadyn Wasserfilter Sie können in der Krise aber auch selbst einen einfachen aber wirksamen Filter herstellen. Hierzu nehmen Sie eine PET Flasche und schneiden den Flaschenhals ab. In den Boden, am besten in die dort befindlichen Standfüße (tiefste Stelle), bohren Sie mehrere Löcher. Nur füllen Sie das unterste Fünftel der Flasche mit kleinen Kieselsteinen. Darauf kommt ein Filtergewebe wie eine Mullbinde, Abschminktücher, Watte oder auch Papierfiltertüten. Die nächste Schicht kann etwas dünner sein und besteht aus sauberem Sand. (Nicht aus dem Sandkasten von Spielplätzen, das sind meist öffentliche Katzentoiletten). Auch diese Schicht wird mit Filtergewebe abgedeckt. Darüber kommt eine Schicht aus feiner Holzkohle. (Aktivkohle ist noch besser geeignet, wenn Sie diese vor der Krise beschaffen können). Wiederum kommt eine Lage Filtergewebe auf diese Schicht. Abschließend füllen Sie wieder Kieselsteine in die Flasche. Wasser das langsam oben in diesen provisorischen Filter gegeben wird, durchfließt alle Schichten und kommt unten sauber wieder raus. Dies ist natürlich kein Dauerfilter. Nach ein paar Tagen muss der Filter erneuert werden.

 

Abkochen des Wassers



Dies ist eine sehr einfache, aber leider energieaufwendige Möglichkeit das Wasser keimfrei zu bekommen. Zuvor bereits gefiltertes Wasser kann in einem Topf über dem Feuer zum Kochen gebracht werden. Bereits das kurze Aufkochen töten den Großteil der Keime ab. Besser ist es jedoch, das Wasser ein paar Minuten köcheln zu lassen, um auch die widerstandsfähigsten Keime zu töten.

 

Silberionen in Tablettenform als Wasserdesinfektionsmittel

Aus dem Outdoorbereich sind verschiedene Mittel zur Desinfektion des Trinkwassers bekannt. Neben Jod-haltigen Lösungen gibt es seit ein paar Jahren gut wirksame Tabletten mit Silberionen. Diese lassen sich genau dosieren und lösen sich im Wasser auf. Danach dauert es eine Weile und das Wasser ist entkeimt. Die Tabletten sind sehr lange haltbar und eignen sich so hervorragend für die Krisenvorsorge.

Micropur Classic MC 1 T, 100 St

oder

altMicropur Forte MF 10.000Palt

 

 

 

Lagerung von Wasser vor und während der Krise



Aufbereitetes Wasser kann in lebensmittelechten Gefäßen aufbewahrt werden. Idealerweise sind dies Kunststoffgefäße (Kanister, Faltkanister) mit einem Schraubdeckel. Glas oder Keramik sind auch geeignet, können jedoch nicht platzsparend gestapelt oder nebeneinander gestellt werden. Sollten Sie nicht bereits ein altes Glasaquarium ungenutzt herumstehen haben, sind Kunststoffkanister auch preisgünstiger. Die alten Ägypter haben Überleiferungen zu Folge bereits kleine Silberstücke in ihre Wasserkrüge gelegt. Die von der Oberfläche in das Wasser übergehenden Silberionen töten die Keime und Bakterien im Wasser ab. Das Wasser ist dadurch länger haltbar. Sie können diesen Trick auch für Ihre Krisenvorsorge nutzen. Einfach das gereinigte und abgekochte  Wasser in einen Kunststoffkanister geben, eine saubere Silbermünze dazu, verschließen und lichtgeschützt aufbewahren.

Verschiedene Wasserkanisteralt





 

Krisenvorsorge Hilfsmittel