Selbstversorgung in der Krise

 

Selbstversorgung in der Krise

 

Auch wenn Mutter Natur uns prinzipiell alles an die Hand gibt, was wir zum Überleben benötigen, ist es noch lange kein Kinderspiel, sich in ihr zurecht zu finden. Woher weiß ich, ob das Wasser aus dem Fluss trinkbar ist, ob eine Pflanze genießbar ist oder wie ich das Fleisch eines bestimmten Tieres essen darf? Es gibt viele Situationen, in denen man auf die Erzeugnisse der Natur angewiesen ist – sei es in einer echten Gefahrenlage oder im Rahmen eines Survival-Trainings. Auch wenn man sich akut keiner solchen Notlage gegenüber sieht, sollte man immer bedenken, dass Basiskenntnisse im Umgang mit natürlichen Erzeugnissen im Notfall lebensrettend sein können.

 

Beim Umgang mit Wasser sollte immer darauf geachtet werden, es vor dem Verzehr nach Möglichkeit abzukochen, wenn es nicht direkt aus der Trinkwasserversorgung kommt. Generell sollte Wasser aus stehenden Gewässern, salziges, milchiges und seifig schmeckendes Wasser immer gemieden werden, da es nicht nur gefährliche Giftstoffe enthalten, sondern dem Körper sogar Flüssigkeit entziehen kann und somit kontraproduktiv wäre. Wenn man nur einen begrenzten Vorrat an Wasser zur Verfügung hat, sollte man sich diesen nicht aufteilen, sondern so viel wie möglich davon auf einml austrinken. So kann das Gewebe im Körper viel Flüssigkeit abspeichern und die entstehende Energie kann besser verwertet werden. Wenn man sich gezwungen sieht, Eis oder Schnee zu verzehren, um Austrockung zu vermeiden, sollte man diese immer außerhalb des Körpers schmelzen (nicht im Mund!), da man so unnötigem Energieverlust und gefährlichen Unterkühlungen vorbeugt.

 

Was das Essen angeht, so hat die Natur für uns eigentlich ausgesorgt. Mit dem richtigen Wissen ist das Überleben aus der Natur problemlos möglich, allerdings führen die wenigsten jederzeit ein Bestimmungsbuch für essbare Pflanzen und Pilze mit sich. Noch lange nicht alles, was gut aussieht, riecht oder schmeckt ist auch essbar (der giftige Knollenblätterpilz beispielsweise ist zunächst durchaus schmackhaft!), weshalb es als Laie oft schwierig ist zu entscheiden, ob etwas auch genießbar ist. Die Versorgung mit Nahrung aus der Natur ist nicht nur gesund, sondern kann als Teil der Krisenvorsorge einen wichtigen Beitrag zur Ernährung in der Krise leisten.

 

Zuallererst gilt die Faustregel: Iss nur, was du kennst. Wenn alle Stricke reißen, sollte man sich an ein paar wichtige Grundregeln halten und in jedem Falle einen Essbarkeitstest durchführen. Auf keinen Fall konsumieren sollte man Pflanzen, die nach Pfirsich oder Mandel riechen sowie solche, die milchige Flüssigkeiten enthalten. Viele ungenießbare und giftige Pflanzen sind schon durch zwei kurze Tests erkennbar. Zuerst sollte man ein Stück der Pflanze verreiben und an einer dünnen Hautstelle auftragen (zum Beispiel am Unterarm). Treten Schwellungen, Ausschlag oder brennende Schmerzen auf, heißt es: Finger weg! Wenn die Pflanze diesen Test überstanden hat, sollte man das Zerriebene für wenige Minuten in den Mund oder zwischen die Lippen nehmen. Wenn es sticht, brennt oder taub wird und ätzend oder bitter schmeckt: Weg damit! Diese kurzen Tests geben in vielen Fällen bereits innerhalb weniger Sekunden Aufschluss über etwaige giftige Inhaltsstoffe.

 

Dennoch bedeutet das nicht, dass alles, was diese Tests übersteht, auch essbar ist. Zunächst sollte eine geringe Menge der Pflanze verzehrt und anschließend eine Wartezeit von mindestens 4-5 Stunden eingehalten werden. Treten bis dahin weder Übelkeit, noch Erbrechen oder sonstige Magenbeschwerden auf, kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausegangen werden, dass es sich um etwas genießbares handelt. Zur Sicherheit sollte man dennoch alles, was man nicht genau kennt, mindestens 15 Minuten lang abkochen oder alternativ etwa eine Stunde unter fließendes Wasser halten.

 

Obwohl Fleisch und Fisch in der freien Natur nicht ganz so einfach zugänglich sind, ist es hier relativ leicht, schnell zu erkennen, ob und wie man etwas verzehren kann – besondere Vorsicht ist lediglich bei Fisch geboten. Grundsätzlich gilt: Frisches Fleisch sowie die meisten Innereien aller Säugetiere und Vögel sind in fast jeder Form essbar. Lediglich die Leber bestimmer Tiere kann giftig sein, daher sollte man auf diese verzichten. Auch Amphibien und Reptilien wie Schlangen, Frösche und Eidechsen sind grundsätzlich zum Verzehr geeignet, allerdings sollte man diese vorher häuten und auf jeden Fall nur das Fleisch essen, da manche dieser Tiere giftige Drüsen besitzen. Bei Fisch ist zu beachten, dass er nicht grau, weich oder schuppenlos sein darf und dass niemals die Innereien mitverzehrt werden dürfen.

 

Mit diesen Grundregeln kommt man schon ziemlich weit – wer jedoch auf Nummer sicher gehen und sich weiteres Wissen aneignen möchte, kommt nicht darum herum, seine Nase in das eine oder andere Bestimmungsbuch zu stecken. Diese Beschäftigung ist eine lohnende Investition und kann, wenn es darauf ankommt, Leben retten, daher sollte sie nie unterschätzt werden. Zwei Gute Bücher zum Thema Selbstvorsorgung sind:

Das Handbuch der Selbstversorgung: Überleben in der Krise

 

Selbstversorgung aus dem Garten: Wie man seinen Garten natürlich bestellt und gesunde Nahrung erntet

 

Krisenvorsorge Hilfsmittel