Finanzkrise 2008

Die Finanzkrise 2008

Die Finanzkrise

Mitte September 2008 erlebt die Finanzkrise ihren bisher am meisten wahrgenommenen Höhepunkt. Die amerikanische Investmentbank Lehmann Brothers geht pleite. Schon mehr als ein Jahr zuvor tauchen in den Nachrichten immer wieder Meldungen von Milliardenverlusten durch Immobiliengeschäfte auf. Banken haben in den vergangenen Boom-Jahren Kredite an Menschen vergeben, ohne deren Zahlungsfähigkeit zu beachten. Durch immer steigende Immobilienpreise war dies auch nie notwendig, da die Immobilie im Rücken genügend Sicherheit bietet. Gleichzeitig wurden mit Krediten und Immobilienfonds viele neue Immobilien gebaut. Das Paradebeispiel ist wohl Spanien, mit seinem Bauboom in den letzten 5-8 Jahren.

Dieses System funktioniert so lange wie die Immobilienpreise steigen, was natürlich nicht auf Dauer geht. Die Kredite nicht mehr zahlungsfähiger Immobilienbesitzer wurden von den Banken zu Paketen geschnürt, mit solventen Kreditnehmern gemischt und hin und her gehandelt. Da immer mehr Menschen Ihre Kredite nicht tilgen konnten, entstanden nicht mehr handelbare und wertlose Papiere.  Viele der einst als Finanzinnovation bezeichneten, teilweise gehebelten und durch Streuung risikoärmer gemachten Papiere, sind heute wertlos. Die Banken haben sie in ihren Bilanzen und sind eigentlich insolvent. Nach Lehmann gab es noch viele kleine Banken, die Pleite gegangen sind. Wenn Notenbanken und Regierungen nicht eingesprungen wären, hätte es noch viele andere große Bankinstitute weltweit treffen können. In Deutschland stand beispielsweise die Sachsen LB kurz vor dem Konkurs. Ein Dominoeffekt konnte nur durch enorme Finanzspritzen und Sicherheitsgarantien der Regierungen vermieden werden. Dabei sind die meisten Länder selbst hoch verschuldet. Island, die ehemalige Vorzeigenation des internationalen Finanzhandels musste alle Banken des Landes verstaatlichen und ist nur noch durch einen Kredit des internationalen Währungsfonds (IWF) zahlungsfähig. Der US-Bundesstaat Kalifornien war im Sommer dieses Jahres auch schon pleite und musste umfangreichste Sparmaßnahmen ergreifen, die wahrscheinlich auch nicht lange helfen werden. Interessant hierbei war, dass Staatsbedienstete unbezahlten Zwangsurlaub nehmen mussten und nur noch 3 Tage pro Woche arbeiten durften. Weltweit wird von mehreren Billonen Euro und Dollar gesprochen, die durch die Finanzkrise abgeschrieben werden mussten, also vernichtet wurden.

 

Unterdessen drucken die Notenbanken weltweit Billionen von Euros und Dollar. Dadurch dass sie dies nur virtuell als digitale Währung erledigen können, geht das recht schnell. Dieses als Quanitative Easing bezeichnete massive Fluten der Finanzmärkte mit Liquidität, birgt natürlich auch seine Gefahren. Auch wenn nur wenige von uns eine Inflation erlebt haben, fürchten viele um ihr Geld. Bei den hohen Staatsschulden liegt der Verdacht natürlich nahe, dass die Staaten ihre Schulden einfach weginflationieren wollen.

 

 

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